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Einhellig positiv war die Resonanz der mehr als 100 Gäste bei der Präsentation des neuen Buches „Der Bergkönig von Mallorca“, das im Rahmen der 7. Swisttaler Lesetage am 23. September 2022 im Dorfhaus in Swisttal-Straßfeld vorgestellt wurde.

Der Ortsteil Straßfeld in der Gemeinde Swisttal ist der Heimatort des bekannten Rennfahrers Helmut Kalenborn, der seit Jahrzehnten auf Mallorca eine zweite Heimat gefunden hat. Aufgrund seiner großen Erfolge wurde er auf der Ferieninsel in der legendären Bergmeisterschaft nicht nur zum Protagonisten, sondern gewann auch die Bewunderung der Mallorquiner.

So lag es nahe, dass das neue Buch des Autoren-Duos Jörg-Thomas Födisch und Rainer Rossbach diesen Titel trägt.

Zur Veranstaltung vor zahlreichen Ehrengästen und Freunden des Rennfahrers war Kalenborn extra aus Mallorca angereist. Er war sichtlich gerührt über die Sympathie und Anerkennung, die ihm bei dieser Veranstaltung zuteil wurde. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner fand schon zur Eröffnung die richtigen Worte zum Leben des erfolgreichen Motorsportlers auf und neben der Rennstrecke. So hätte Kalenborn in seiner beispiellosen Rennkarriere neunmal die balearische Bergmeisterschaft gewonnen, 49 Gesamtsiege geholt, 70 Podestplätze erreicht,12 Bergrekorde, 54 Klassensiege verbucht und sei

1996 sowie 1997 zu Mallorcas Sportler des Jahres gewählt worden.

2014 setzte ihm der Motorsportverband der Balearen sogar ein Denkmal.

In der damaligen Laudatio hieß es, dass Kalenborn ein charismatischer und bekannter Pilot sei und geehrt würde, weil er neben seinen großen sportlichen Erfolgen besonders durch sein tadelloses Auftreten auf Mallorca und seine Hilfsbereitschaft den Kollegen gegenüber immer beliebter wurde. Außerdem sei er ein großartiger Botschafter der Balearen gewesen, da er ja mit der spanischen Lizenz für Mallorca startete. Alle Mallorquiner wären dankbar und froh, dass sie ihn hätten, und durch das Denkmal wäre Kalenborn, auf der Insel auch "Don Helmut" genannt, unsterblich geworden.

Der erfolgreiche Historic-Rennfahrer Hans-Peter Richrath erinnerte anschließend in seinem Grußwort an zahlreiche Begegnungen mit Kalenborn bei den Trofeo-Rallyes auf Mallorca. 

Moderator Alex Kraß führte durch das Programm. Die Zeitzeugen Karl-Heinz Peters und Hans Thelen erzählten von Kalenborns Karrierestart 1969 beim ersten Auto-Cross in Dom-Esch. Sie hatten das Rennen hautnah erlebt und erinnerten an eine Veranstaltung, die damals in der Motorsport-Gemeinde als exotisch beschrieben wurde.

Im Mittelpunkt des Abends stand eine von Nils Ruwisch präsentierte Foto-Schau, in der Höhepunkte von Kalenborns Rennsport-Karriere vermittelt wurden, die der Protagonist kompetent und mit launischen Anekdoten kommentierte.

Nach mehr als zwei Stunden endete die Veranstaltung mit lang anhaltenden Standing Ovations für den geehrten Rennfahrer. Mit einem Lächeln im Gesicht verließen die Gäste das Dorfhaus und einige Rufe nach einer Fortsetzung in den nächsten Jahren wurden von den Organisatoren wohlwollend aufgenommen.

(Karl-Heinz Peters/Gemeinde Swisttal)

Mit Stolz kann sich - im 70. Jahr ihres Bestehens - die Gemeinschaft der Porsche Clubs rühmen, dass Wolfgang Graf Berghe von Trips einer von ihnen war. Den Rennfahrer mit der herausragenden Persönlichkeit zeichneten Anstand und Fairness aber auch Bescheidenheit aus. Sein unbesiegbarer Optimismus und strahlender Idealismus machten ihn in aller Welt beliebt und geschätzt.

Am 10. September 2022, 15:14 Uhr, jährte sich sein tragischer Tod zum 61. Mal. Auch an diesem Wochenende fand wieder ein Formel 1-Rennen in Monza, der Grand Prix von Italien, statt. An der Gedenkfeier an der Familiengruft der Grafen Berghe von Trips in Kerpen-Horrem nahm auch der Vorstand des Porsche Club Monasteria teil, vertreten durch den Präsidenten Manfred Schmale, der von seiner Frau Christel begleitet wurde. In den Ansprachen von Prof. Dr. Frank Herrmann, Trips Stiftung, und Gero Donner, stellv. Bürgermeister Stadt Kerpen, wurde der Porsche Club Monasteria lobend erwähnt, hat er doch durch das Engagement und Spenden der Mitglieder und Freunde den Anstoß zu dringend erforderlichen Instandsetzungen der über 160 Jahre alten Familiengruft gegeben.

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TRIPS Gedenktag am 10 September 2022 1

Im Vordergrund den historischen Trips-Grabstein von 1842 und im Hintergrund die Trips'sche Familiengruft auf dem Friedhof Kerpen-Horrem von 1857/1859.

10. September 2022 - Regen in Horrem bei der Gedenkfeier an der Familiengruft derer von Trips. Es war wie 1961, Regen auch bei der Beerdigung von Wolfgang Graf Berghe von Trips, der sein Leben am 10. September auf der Rennstrecke in Monza beim Großen Preis von Italien am Steuer eines Ferrari verlor. Wieder weinte der Himmel, und die Gedanken der Anwesenden wanderten 61 Jahre zurück zum schrecklichen Unfall, bei dem auch 15 Zuschauer starben. Damals standen mehr als 10 000 trauernde Menschen dichtgedrängt an den Straßen und gaben dem Trauerzug ein letztes Geleit von Burg Hemmersbach zur Christus-König-Kirche und danach zur Familiengruft auf dem Horremer Friedhof.

Der stellvertretende Bürgermeister der Kolpingstadt Kerpen, Gero Donner, und Professor Dipl.-Ing. Frank Herrmann, Mitglied des Trips'schen Stiftungsrates, erinnerten in bewegenden Worten an Graf Berghe von Trips. Gero Donner sagte:

"Wir haben uns heute hier versammelt, um eines vorbildlichen Sportlers und Menschen zu gedenken. Wolfgang Graf Berghe von Trips verunglückte vor 61 Jahren kurz vor der Erfüllung seines Traumes vom Gewinn der Automobil-Weltmeisterschaft tödlich. Wir stehen vor der Familiengruft der Adelsfamilie der Reichsgrafen Berghe von Trips, wo auch er als letzter Nachkomme dieses Geschlechts seine letzte Ruhestätte gefunden hat."

Donner wies u.a. darauf hin, dass die Gruft in den vergangenen Monaten im Rahmen des Stiftungs-Projektes „Trips-Gruft-Sanierung 2022“ umfassend und gründlich restauriert bzw. instandgesetzt wurde.Schon am jährlichen Gedenktag des Grafen, am 4. Mai 2022, so der stellvertretende Bürgermeister, wurden die ersten Resultate dieser umfangreichen Arbeiten der Öffentlichkeit präsentiert. Donner erinnerte auch daran, dass Wolfgang von Trips für viele junge Menschen der damaligen Zeit durch seine Fairness und seinen vorbildlichen Charakter zum Idol wurde. Er stand für das neue, weltoffene Deutschland, bereiste die Welt und hatte zahlreiche Freunde auf und neben den Rennstrecken.

Prof. Dipl.-Ing. Frank Herrmann betonte in seiner Rede, dass sich Wolfgang Graf Berghe von Trips über seinen Tod hinaus bis heute anhaltend großer Beliebtheit erfreue. Der populäre Rennfahrer galt zudem als überaus fairer Sportsmann und bedeutender Förderer des motorsportlichen Nachwuchses, den er über sein Engagement im Kart-Sport und einem von ihm mitentwickelten Projekt für einen Formel-Junior-Rennwagen unterstützte. Die von den Eltern nach dem Tode ihres einzigen Sohnes gegründete "Gräflich Berghe von Trips'sche Sportstiftung zu Burg Hemmersbach" habe stets die Erinnerung und das Gedenken an Wolfgang Graf Berghe von Trips wachgehalten. In diesem Sinne habe die Stiftung in diesem Jahr eine umfassende, kosten- und zeitintensive sowie gründliche Sanierung der Trips’schen Familiengruft veranlasst, deren Durchführung ohne zahlreiche private Spenden nicht möglich gewesen wäre.

Der Trips-Stiftung sei es auch – nach Verhandlungen mit der dortigen Grundstückseigentümerin – gelungen, den 180 Jahre alten, 2,90 Meter hohen und 2,2 Tonnen schweren Grabstein von seinem alten Standort an der Parkstraße zur ca. einen Kilometer entfernten Trips-Gruft auf dem Friedhof Kerpen-Horrem umsetzen zu lassen. Abbau, Transport und Wiederaufbau dieses mehrteiligen Monumentes der Eheleute Eduard Ignaz Reichsgraf Berghe von Trips und Maria Elisabeth Freiin von Lemmen wären mit einer logistischen Meisterleistung und enormem Einsatz der Fachfirma Zachlod Kanitz Grabmale aus Kerpen-Sindorf erfolgt.

Der Grabstein befand sich vormals über der 1842 eingeweihten Gruftanlage neben der ehemaligen, im Krieg zerstörten Burgkapelle. Die Eheleute wurden 2001 aus dieser alten Gruft in die Trips-Gruft auf dem Friedhof Kerpen-Horrem umgebettet. Dieser - wegen des aufstehenden Kreuzes – auch als „Hochkreuz“ bezeichnete Grabstein aus Blaustein aus der Region Aachen wurde vom Düsseldorfer Steinmetz H. Löw gefertigt. Nunmehr steht er – wie vor vielen Jahren – erstmalig wieder in unmittelbarer Nähe der beiden Verstorbenen. Dieses aufwändige Projekt der Stiftung war nur mit Hilfe einer Privat-Spende in beträchtlicher Höhe möglich gewesen und fand bereits vor dem Gedenktag am 10. September großes Interesse vieler Horremer Bürger.

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Vor der Kulisse der Trips'schen Familiengruft links den stellvertretenden Bürgermeister der Kolpingstadt Kerpen, Herrn Gero Donner, sowie Herrn Professor Dipl.-Ing. Frank Herrmann, Mitglied des Stiftungsrates und PR/ÖA-Beauftragter der "Gräflich Berghe von Trips'schen Sportstiftung zu Burg Hemmersbach".

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Neben zahlreichen Besuchern hatten sich auch mehrere Ferrari- und Porsche-Club-Mitglieder, Vertreter ortsansässiger Vereine sowie der Vorstand der von Graf Trips 1960 gegründeten Rennfahrer-Vereinigung Scuderia Colonia zu der Gedenkveranstaltung eingefunden. "Auch zukünftig ist es für das Andenken an Wolfgang Graf Berghe von Trips und seiner Familie wichtig, dass sich zu seinem Geburtstag, am 4. Mai, und zum Todestag am 10. September, interessierte Menschen an der Trips’schen Familiengruft seiner und der Adelsfamilie Trips erinnern, die die Geschichte von Hemmersbach und Horrem seit 1751 entscheidend geprägt haben", schloss Prof. Herrmann die Gedenkveranstaltung.
(he/jtf)

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"Wolfgang Graf Berghe von Trips machte sich nicht nur einen Namen im Motorsport, sondern hatte auch Wichtiges zum Thema Verkehrssicherheit zu sagen."

Mit diesen Worten beschrieb Prof. Dr.-Ing. Frank Herrmann (Leiter des Instituts für Fahrzeugtechnik Köln) das umfangreiche automobile Engagement des legendären deutschen Rennfahrers bei den Trips-Veranstaltungen am 11. Juni im ring°werk am Nürburgring.

Prof. Herrmann, Stiftungsrat und zuständig für die PR/ÖA, war einer der Redner, die anlässlich der Präsentation der "Gräflich Berghe von Trips'schen Sportstiftung zu Burg Hemmersbach" zum neuen Trips-Buch "Erinnerungen" von Jürgen Schneider und der Eröffnung einer Rennsport-Gemälde-Ausstellung vortrugen.

Der 1. Vorsitzende der Trips-Stiftung, Nils Ruwisch, eröffnete die Veranstaltung.

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Der 1. Vorsitzende der Trips-Stiftung, Nils Ruwisch, bei der Eröffnung.

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Moderator Alex Kraß, Autor und Historiker.

Alex Kraß, Autor und Historiker, moderierte zum wiederholten Male ein Trips-Event der Sportstiftung. Neben Prof. Herrmann begrüßte Kraß die frühere Rennfahrerin Hannelore Werner-Hennerici, den Historic-Rennfahrer Dieter Streve-Mülhens und rund 100 Gäste, unter ihnen die Bürgermeisterin der Gemeinde Swisttal, Petra Kalkbrenner, sowie zahlreiche Scuderia Colonia-Mitglieder, einige Sportfahrer und mehrere Pressevertreter.


Prof. Herrmann erklärte in seinem Vortrag, wie bedeutsam die Verkehrssicherheit für Graf Trips war und bezog sich auch auf einige Aussagen von ihm zum genannten Thema beim Verkehrsforum in Hannover am 4. März 1961 und auf zahlreiche Presse-Artikel. Der Redner wies darauf hin, dass - laut Trips - die Beanspruchung des Menschen beim Fahren eines normalen Autos wahrscheinlich viel höher sei, als wir uns das eingestehen und vermuten.

Hinzu käme die Bequemlichkeit, der Fahrkomfort und die Geschwindigkeit, die mit der Entwicklung in der Fahrzeug-Produktion stets wachse, neue Probleme und neue Gefahren hervorrufe. Und zwar die, dass der Fahrer das Gefühl für die Geschwindigkeit und das Gefühl für das effektive Fahren verlieren würde. Man dürfe nicht vergessen, dass wir, wenn wir mit der aktuell technisch möglichen Geschwindigkeit auf der Autobahn fahren, dieses Tempo auch meistern müssten. Und dieses Meistern der Geschwindigkeit ist eine Aufgabe, vor der wir nicht blind sein dürften wegen der Leichtigkeit, mit der sich uns das Auto bei einer solch schnellen Fahrt anbieten würde.

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Prof. Dr. Dipl.-Ing. Frank Herrmann.

An dieser Stelle zitierte Professor Herrmann Graf Trips: "Nur dann, wenn Sie wissen, was Ihr Wagen macht, wenn Sie ihn plötzlich aus hoher Geschwindigkeit ganz scharf herunterbremsen müssen oder wenn Sie gezwungen sind, eine sehr scharfe Lenkbewegung zu machen, werden Sie die Fähigkeit haben, einen Unfall zu vermeiden und vielleicht ein Menschenleben zu retten.

Wenn ein Verkehrsteilnehmer aber versucht, dadurch Mut zu beweisen, dass er über seine Verhältnisse fährt und in eine unübersichtliche Situation hineinschießt und dabei vielleicht denkt, die damit verbundene Gefahr sei ein Nervenkitzel und es sei aufregend, noch über eine Kreuzung rüber zu kommen, ohne angefahren zu werden, dann kann ich nur sagen, dass das kein Mut ist, sondern Dummheit. Denn ich bin gegen jede Raserei im Verkehr, besonders wenn sie sich das scheinheilige Mäntelchen von Sportlichkeit umhängt. Denn sportlich sein bedeutet doch in erster Linie, fair zu sein und sich anständig zu betragen. Vor allem, wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug unterwegs sind und auf andere Fahrer treffen, die vielleicht nicht so gut fahren wie Sie, oder nicht in einem Auto sitzen, das so gut ist wie Ihr eigenes, dann wäre es unfair, diese Fahrer zu Reaktionen zu zwingen, denen sie vielleicht gar nicht gewachsen sind. Und deshalb sollen wir im Verkehr nicht rasen und nicht schnell fahren. Auf der anderen Seite bin ich natürlich absolut dagegen, jedes Schnellfahren als Raserei hinzustellen. Denn es ist immer noch zehnmal besser, gut schnell als schlecht langsam zu fahren.

Für mich gilt: Ich fühle mich sofort sicher, wenn ich auf einer Straße fahre und merke, dass mich der Vordermann oder der Hintermann beobachtet und überlegt, was ich machen werde. Und ich werde ihm ein Zeichen geben: ich will jetzt links, ich will jetzt rechts überholen oder auch, ich lasse mich überholen."

Prof. Herrmann wies nachdrücklich darauf hin, dass die Aussage von Trips, Autofahrer könnten untereinander viel erreichen, wenn sie mehr Kontakt gegenseitig aufnehmen und nicht immer das Automobil als Hinderungsgrund für anständiges Benehmen betrachten würden, nicht nur stimmig sei, sondern dadurch wäre schon sehr viel gewonnen. Gerade in der heutigen Zeit wird das Thema Geschwindigkeit - so der Vortragende - äußert kontrovers diskutiert. Trips sagte damals: "Je mehr wir den Verkehr verlangsamen, umso dichter wird er. Aus diesem Grund bin ich persönlich gegen eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Autobahn. Besonders, wenn sie nicht verbunden ist mit einer Regulierung der unteren Geschwindigkeit. Es muss die Schulung des Fahrers verbessert werden. Es darf einfach nicht genügen, dass jemand seinen Führerschein mit 50 km/h macht und dann plötzlich in einen Wagen steigt, der 130 km/h fährt und sich dann selbst überlassen bleibt."


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Alex Kraß interviewt Hannelore Werner.

Im Gespräch mit Moderator Alex Kraß erzählte Hannelore Werner-Hennerici, Deutschlands schnellste Frau der 60er und 70er Jahre, aus ihrer langjährigen Renn-Karriere. "Durch Graf Trips bin ich zum Rennsport gekommen. Ich war aber schon vorher sportlich interessiert. Mit dem Reitsport habe ich angefangen, und als ich meinen Führerschein hatte, faszinierte es mich ungemein, mit einem Auto schnell zu fahren und gut um die Ecken zu kommen. Und dann habe ich im Mai 1961 Graf Berghe von Trips beim 1000-Kilometer-Rennen oben am Nürburgring gesehen. Von Trips war ein hervorragender Motorsportler. Daran wird man immer denken, wenn man in dieser Zeit aufgewachsen ist. Trips ist in dem Jahr, als ich meinen Führerschein gemacht habe, tödlich verunglückt und war der erste deutsche Rennfahrer, der in der Formel-1-Weltmeisterschaft führte. Ohne den Unfall wäre er mit Sicherheit Weltmeister geworden. Es fehlten letzten Endes ein oder zwei Punkte. Trips sollte im Oktober 1961 auf dem Nürburgring einen Fahrerlehrgang abhalten, an dem ich teilnehmen wollte. Wegen seines Unfalls fiel der Kurs aber aus. Ich habe dann später ein Fahrertraining bei der „Scuderia Hanseat“, auch auf dem Nürburgring, mitgemacht. Dort lernte ich Mitglieder des Langenfelder Motorsportclubs kennen. Das war Ende 1961.

Am Anfang fuhr ich Tourenwagen und später in den 60er Jahren bin ich in den Formelsport, in die Formel V, gewechselt. Den Einsitzer fand ich toll. Damals starteten dort auch Niki Lauda und Helmut Marko, die es bis in die Formel 1 geschafft haben. Über die Formel 3 bin ich danach in die Formel 2 gekommen. Wenn sich die Gelegenheit ergeben hätte, wäre ich auch gerne Formel 1 gefahren. Rolf Stommelen hatte aber im Eifelland-Formel-1-Team den Vorrang. Später gab es dann bei uns den F1-Rennwagen von Luigi Colani, das Auto war ein Unikum. Ich habe nie vergessen, was Colani alles in der kurzen Entwicklungszeit gemacht hat. In nur eine Woche entwickelte er die Karosserie des Wagens. Es gab damals noch keine Zeit für Testfahrten. Bernie Ecclestone hat später den Wagen gekauft, die besten Motoren behalten und das Auto an John Watson abgegeben. Was aus dem Wagen geworden ist, weiß ich leider nicht. Wenn ich an die frühere Zeit in der Formel 1 denke, fallen mir nur die riesigen Flügel ein, die montiert wurden. Da gab es durchaus kuriose Sachen. Die Formel 1 verfolge ich auch heute noch, aber nicht mehr vor Ort an der Strecke. Das ist uninteressant; man sitzt an einem Platz auf der Tribüne und kommt nicht ins Fahrerlager herein. Im Fernsehen sieht man doch mehr. Niki Lauda als Kommentator bei RTL war sehr gut. Ich kannte Niki ja schon seit meinen Formel-V-Rennen, später dann aus der Formel 3 und Formel 2. Seine Renn-Karriere habe ich all die Jahre verfolgt. Seine Meinung und seine Kommentare haben mich manchmal schon genervt, aber es tat mir sehr leid, als er gestorben ist."

Der Moderator erinnerte danach an den Einstieg von Hannelore Werner in den Motorsport mit dem kleinen Auto Union DKW F11. Dann nannte er mehrere Spitzenfahrzeuge, die sie damals in den Touren-, GT-, Sport- und Monoposto-Klassen fuhr: Porsche, Ford Capri, Alpina-BMW, Super V sowie March Formel 2 und Formel 3. Kraß sprach abschließend aber auch über die zahlreichen guten Platzierungen von Hannelore Werner. Besonders sind der zweite Platz beim Formel-2-Rennen 1970 auf dem Nürburgring und der Klassensieg bei der Rallye Monte Carlo (1971), als die größten Erfolgen in ihrer Laufbahn in ihrer Erinnerung geblieben. Alex Kraß dankte Hannelore Werner-Hennerici unter dem starken Applaus der Gäste für Ihre Teilnahme und sagte: "Ihre Begeisterung für Graf Berghe von Trips brachte sie in den Motorsport. Und das führte auch dazu, dass Sie auch heute noch zu den erfolgreichsten deutschen Rennfahrerinnen zählen."Es darf einfach nicht genügen, dass jemand seinen Führerschein mit 50 km/h macht und dann plötzlich in einen Wagen steigt, der 130 km/h fährt und sich dann selbst überlassen bleibt."


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Dieter Streve-Mülhens erzählt über Graf Trips.

Dieter Streve-Mülhens, bekannter "Historic Driver", Trips-Freund, Sammler historischer Automobile und Motorsport-Experte par excellence, beschrieb die Trips'sche Rennsport-Karriere, beginnend 1950 auf Motorrädern bis hin zum tragischen 10. September 1961 in Monza. Dort verunglückte Wolfgang Graf Berghe von Trips beim Großen Preis von Italien im Ferrari 156 "Sharknose" im Kampf um die Automobilweltmeisterschaft tödlich.

Streve-Mühlens hatte seinen Vortrag in mehrere Abschnitte unterteilt, von dem einer mit „Passion“ betitelt war. Er übersetzte dieses Wort für seine Zuhörer – damit sie ihn und damit den Grafen Trips richtig verstanden – mit „Leidenschaft“, und das war korrekt, denn Graf Trips war ein leidenschaftlicher Motorsportler.

Im Einzelnen führte Dieter Streve-Mülhens zum Thema Wolfgang Graf Berghe von Trips aus: "Man muss sich zunächst in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurückversetzen. In den 30er Jahren hatte das nationalsozialistische Regime den Motorsport als Propagandainstrument entdeckt und durch Subventionen für Auto Union und Mercedes-Benz die finanzielle Grundlage geschaffen, um an die erfolgreiche deutsche Renngeschichte vor dem verlorenen Ersten Weltkrieg anzuknüpfen. Schließlich dominierten die Silberpfeile wie gewünscht den internationalen Rennsport und die Werksfahrer beider Teams begeisterten das Publikum im In- und Ausland. Rudolf Caracciola, Hermann Lang, Manfred von Brauchitsch, Bernd Rosemeyer, Hans Stuck und ihre ausländischen Teamkollegen Dick Seaman auf Mercedes und Tazio Nuvolari im Auto Union wurden gefeiert wie Film- und Showstars. Die Massenmedien machte sie für Millionen zu Idolen, die sich bereitwillig für die nationale Sache zur Verfügung stellten. Dann kam der Zweite Weltkrieg.

Nach dem verlorenen Krieg und dem Untergang des Dritten Reichs lag Deutschland in Trümmern und war international geächtet. Die Industrie war zerstört, das Land unter den Siegermächten in Zonen aufgeteilt und von diesen regiert. An Rennsport war nicht zu denken. Bei den ersten Rennen im benachbarten Ausland hatten deutsche Fahrer und Teams Startverbot.

Anfang der 50er Jahre fanden endlich wieder erste Rennen in Deutschland statt. Einige der Fahrer der Vorkriegsgeneration wie z.B. Hans Stuck gingen mit alten Rennwagen an den Start, erste Neukonstruktionen von Porsche und Veritas erregten Aufsehen. Die Nachkriegsjugend pilgerte begeistert zum Nürburgring und feierte ihre Helden. Eine junge, unverbrauchte und politisch unbelastete Fahrergeneration begann sich mit den alten Stars zu messen, die durch den Krieg sechs kostbare Jahre ihrer Karriere verloren hatten und inzwischen nur ungern an ihre ehemaligen „Sponsoren“ erinnert werden wollten.

„Wir sind wieder wer!“

1954 kam die Zeitenwende. Deutschland gewann die Fußball-Weltmeisterschaft und die Silberpfeile meldeten sich beim Großen Preis von Frankreich in Reims eindrucksvoll zurück. Der Sieger hieß Juan Manuel Fangio aus Argentinien. Dessen Teamkollegen waren der grauhaarige Karl Kling und der junge Hans Herrmann, der schon in Sportwagen von Porsche sein Talent bewiesen hatte.

Auf einem alten, zerbeulten Porsche, allerdings mit einem neuen, leistungsstärkeren Motor versehen, begann der junge Wolfgang Graf Berghe von Trips heimlich seine Sportkarriere auf vier Rädern unter dem Pseudonym „Axel Linther“. Finanziell wurde er von seinem Kölner Freund Viktor Rolff unterstützt. Zunächst hatte er auf einer BMW an Zuverlässigkeitsprüfungen für Motorräder teilgenommen. Sein Traum war aber die Formel 1 und der Gewinn der Fahrerweltmeisterschaft.

Nachdem er sich als Porsche-Werksfahrer mit den flinken Rennsportwagen der 1,5 Liter-Klasse auch international einen Namen gemacht hatte, nahm ihn der legendäre Rennleiter Alfred Neubauer unter seine Fittiche und setzte ihn ans Steuer von Mercedes-Rennsportwagen. Von Trips ging der Ruf voraus, schnell, mutig und leider nicht immer unfallfrei zu fahren. Seine betagten Eltern hatten erst spät von der gefährlichen Leidenschaft ihre Namensträgers erfahren und versuchten vergeblich, ihn zu überreden, mit dem Rennsport aufzuhören.

Der junge Mann war von altem rheinischen Adel und hatte als einziges Kind zu Hause auf Burg Hemmersbach bei Horrem eine erstklassige Kinderstube genossen. Er sah gut aus, war charmant, sprach mehrere Sprachen und fühlte sich im In- und Ausland gleichermaßen wohl - er war ein großartiger Sympathieträger für die junge Bundesrepublik.

Enzo Ferrari, der Patriarch von Maranello, Herrscher über den wohl traditionsreichsten und glanzvollsten Rennstall der Welt, waren die Qualitäten dieses Nachwuchstalents nicht verborgen geblieben, und so nahm er von Trips zu günstigen finanziellen Konditionen unter Vertrag. Damit ging ein Traum vieler rennbegeisterter junger Menschen in Deutschland in Erfüllung: Endlich hatten wir wieder einen Spitzenfahrer, der es in einem erstklassigen Formel-1-Rennwagen mit den Besten aufnehmen konnte, um vielleicht eines Tages Weltmeister zu werden!

Graf Trips und die atemberaubenden roten Rennwagen mit ihren furchteinflößend brüllenden 2,5 Liter „Dino“-Sechszylinder-Motoren im Bug und dem „Springenden Pferd“ im Wappen waren eine aufregende Paarung. Er hatte nun eine schlagkräftige Waffe für seinen Kampf um die Weltmeisterschaft, vielleicht am besten einem Säbel vergleichbar. Seine elegante Figur am Steuer dieses Boliden, sein mitreißender Fahrstil und sein untadelig fairer Charakter bildeten eine begeisternde Mischung. Kaum einer seiner Konkurrenten sagte je etwas Böses über ihn, und Enzo Ferrari sah in diesem jungen Mann jemanden, der in seinem Herz die kalte Leere nach dem Verlust seines geliebten Sohnes Dino wenigstens zeitweise mit Wärme füllen konnte.

Sharknose - Haifischnase

1961 präsentierte der Commendatore den neuen, umwerfend schönen Ferrari 156 „Sharknose“, einen Mittelmotor-Monoposto für die neue 1.5-Liter-Formel, Carlo Chitis Meisterstück und das perfekte Instrument für den kühnen und sensiblen Rennfahrer von Trips. Dieser filigrane und gleichzeitig animalisch-kraftvolle Rennwagen war ihm auf den Leib geschneidert; zusammen bildeten sie eine perfekte Einheit.

Kaum hatte die Saison 1961 begonnen, bescherten von Trips und sein Ferrari 156 dem Publikum Siege und Podiumsplätze. Er schien in diesem Rennwagen den Gipfel seiner fahrerischen Reife erreicht zu haben. Er war nicht nur schnell und mutig, sondern machte kaum noch Fehler, so äußerten sich die Fach-Journalisten Richard von Frankenberg und Günther Molter. Der Titelgewinn des rheinischen Grafen rückte in greifbare Nähe.

Auf dem Höhepunkt der Rennsaison 1961, vor dem Heim-Grand Prix von Ferrari im Königlichen Park von Monza, lag Graf von Trips in der Punktewertung in Führung vor seinem Freund und Stallgefährten Phil Hill aus Amerika. Ein Sieg vor dem fanatischen Publikum der Tifosi und der ersehnte Titel wäre ihm sicher!

La Passione

Seit meiner frühen Kindheit war ich ein glühender Motorsportfan. Die Lektüre zahlreicher Bücher über die Heldentaten der großen Fahrer der Vorkriegszeit sowie die Nähe zum sagenumwobenen Nürburgrings, den ich vom Gipfel des Drachenfels unweit meines Wohnsitzes aus mit bloßem Auge zu sehen glaubte, hatten das Feuer der Leidenschaft in mir entfacht. Mit Wolfgang Graf Berghe von Trips konnte ich mich sofort identifizieren, denn es gab in unserem Leben eine Reihe von Ähnlichkeiten. Wir waren beide im Rheinland zu Hause, die einzigen Nachkommen und Namensträger unserer Familien und lebten auf den traditionellen Landsitzen unserer Vorfahren. Äcker und Obstplantagen waren von klein auf unsere gewohnte Umgebung, Traktoren und Automobile schon früh unser liebstes Spielzeug auf privatem Gelände. Eine behütete Kindheit unter der Obhut unserer besorgten Eltern nährte den Hunger nach Abenteuer und mannhafter Bewährung. Unsere Erziehung hatte uns die Ideale von Tapferkeit, Ritterlichkeit und Fairness nahegebracht. Rennen zu fahren war die Verheißung der Erfüllung unserer Träume. Doch dann verliefen unsere Lebenswege völlig anders. Während von Trips sich nach und nach der elterlichen Kontrolle entziehen konnte, wurde ich zunächst in der Schule und zu Hause rund um die Uhr betreut und kontrolliert. Schon der Besuch von Rennstrecken war tabu, ein Leben als Rennfahrer erst recht eine Schnapsidee. Mit 14 Jahren kam ich in ein Schweizer Internat. Die Lektüre von einschlägigen Zeitschriften war die einzige Verbindung zu den Rennstrecken in weiter Ferne. Mein Idol Graf Berghe von Trips war bereits unterwegs auf seinem Schicksalsweg. Manchmal las ich etwas über seine Siege, oft aber auch über Stürze und Verletzungen.

Monza, 10. September 1961

Wie immer verbrachte ich meine Sommerferien in unserem Haus in Ascona am Lago Maggiore. Ich war gerade 18 Jahre alt geworden und hatte endlich meinen Führerschein. Die sonnigen Tage vergingen wie im Fluge: Wasserski, Tennis, schwimmen, segeln und abends Tanz bis in die frühen Morgenstunden. Ein Tag hat in diesem Alter 20 Stunden! Eine Uhr oder ein Kalender waren unnötiger Ballast.

Eines Morgens saß ich mit meiner Mutter am Frühstückstisch. Irgendwann fragte ich sie nach dem Datum. Sie antwortete: „Heute ist Sonntag, der 10. September 1961“. Mir fiel beinahe die Kaffeetasse aus der Hand. Das war der Tag des Gran Premio d´Italia in Monza. Es war elf Uhr! Der Start war um 15.00 Uhr, das konnte ich unmöglich schaffen. Graf Trips stand mit seinem Ferrari auf der Pole-Position. Er würde das Rennen gewinnen und Weltmeister werden, und ich hatte es vermasselt, dabei zu sein. Ich war den Tränen nahe, aber es half alles nichts. Wir hatten nicht einmal Fernsehen, so dass mir nur das Radio als Trostspender blieb.

Die Spannung vor dem Start war unerträglich. Als die Motoren aufheulten, entnahm ich den aufgeregten Kommentaren, dass von Trips sich beim Start auf den sechsten Platz zurückfallen ließ, um den Risiken des Startgetümmels zu entgehen. In der zweiten Runde lag er an vierter Position. Das Rennen war ja noch lang, er würde bald Boden gutmachen. Aber dann geschah etwas Ungewöhnliches. Der Kommentator verstummte und einige Zeit hörte ich nur das Brüllen der Motoren. Dann war seine Stimme wieder zu hören, aber der Tonfall war merkwürdig gedämpft. Erst jetzt verstand ich das Unfassbare: beim Anbremsen der Parabolica hatten sich zwei Wagen berührt.

Der eine war der Wagen von Graf Trips, das zweite Auto, der Lotus von Jim Clark lag leicht versetzt links hinter ihm, als beide kollidierten. Der Ferrari von Trips raste danach die Böschung hinauf, durchbrach einen Maschendrahtzaun und tötete15 Zuschauer. Trips wurde aus dem sich wild überschlagenden Wagen geschleudert, stürzte auf die Strecke und blieb dort tot liegen. Clark drehte sich im Lotus um seine Hochachse und kam schließlich in einer Staubwolke am Streckenrand zum Stehen. Er stieg benommen aus dem Cockpit und brachte sich in Sicherheit. Ich brauchte eine Weile, bis mein Bewusstsein das Ereignis aufgenommen hatte und ich zu verstehen begann, was gerade passiert war. Das Leben meines Idols war in Sekundenbruchteilen ausgelöscht worden. Diese Erkenntnis hat meine Liebe zum Motorsport eine Zeit lang nachhaltig gedämpft. Es ist schicksalhaft, dass es gerade Jim Clark war, der später den Platz des unvergessenen Wolfgang Berghe von Trips in meinem Herzen einnahm wegen seiner makellosen Fahrweise und seiner untadeligen Fairness. Und auch er starb in einem Rennwagen, ohne seinen Unfall verschuldet zu haben!

Ich habe mich mit dem tragischen Unfallgeschehen von Monza lange auseinandergesetzt. Am Ende hatte ich die Gewissheit, dass Clark am Unfall unschuldig war. Von Trips hatte wohl in der Hitze des Gefechts für einen winzigen Augenblick versäumt, in seinen Rückspiegel zu schauen, als er nach links zog, um die Parabolica perfekt anzufahren. Die Experten bezeichneten das  Ergebnis dieser Kettenreaktion als Rennunfall. Das bedeutet, keinem der beiden Fahrer konnte ein Verschulden nachgewiesen werden. Das machte von Trips leider nicht mehr lebendig.

Die Gruft

Graf von Trips fand seine letzte Ruhe in der Familiengruft auf dem Friedhof unweit der Burg Hemmersbach. Ich erinnere mich noch an eine düstere Szene aus einem schwarz-weiß Film der Wochenschau. Der Himmel weinte, als seine Freunde und Rennfahrerkollegen ihn im Sarg aus dem Schloss in den Innenhof trugen. Ich erinnere mich an die bleichen Gesichter von Hans Herrmann, Edgar Barth, Joachim Bonnier, Phil Hill und Richie Ginther unter schwarzen Regenschirmen. Den kurzen Weg vom Schloss zum Friedhof legte von Trips auf seinem Dienstwagen  zurück. Am Steuer saß sein Mechaniker und Freund Gert Gentsch. Der Sarg war auf das Heck seines dunkelgrünen Ferrari-Cabriolet geschnallt worden.

Jahre später besuchte ich die von Trips‘sche Familiengruft zusammen mit Tony Brooks. Er war Teamkollege von Trips gewesen, als die beiden 2,5 Liter F-1 Dinos für den Commendatore fuhren. Brooks führte in der Fahrerwertung, als er 1959 in Sebring beim Start von hinten von Trips torpediert wurde. Am Ende der Saison waren dies die Punkte, die ihm fehlten. Er wurde nur Zweiter hinter Jack Brabham.

Ich glaube, es war der Vorsitzende des Kölner ADAC, der mich eines Tages anrief und fragte, ob ich zu einem Abendessen zu Ehren von Brooks kommen könnte. Er bat mich darum, meinen Ferrari 750 Monza als Dekoration in die Empfangshalle des Hotel Excelsior bringen zu lassen. Dies scheiterte, weil sich Wagen gerade zwecks Reparatur in England befand. Die Veranstaltung sollte eine späte Wiedergutmachung für das damals von Trips angerichtete Malheur sein. Brooks erzählte mir während des Essens, dass er beabsichtige, am nächsten Tag das Grab seines verstorbenen Teamgefährten von Trips zu besuchen. Spontan bot ich ihm an, ihn am Morgen abzuholen und nach Horrem zu fahren. Schon lange wollte ich zur Trips‘schen Familiengruft pilgern und meinem unvergessenen Idol meine verborgenen Gedanken und Gefühle anzuvertrauen. Dort angekommen  standen wir stumm am Eisengitter vor der Gruft und gingen jeder für sich unseren Gedanken nach. Brooks legte wortlos einen Blumenstrauß nieder. Unbeholfen am Gitter befestigt war ein kleiner roter Spielzeug- Rennwagen. Vielleicht hatte ihn sich ein kleiner Junge vom Herzen gerissen, um ihn seinem großen Freund Wolfgang zu schenken?

Eine ähnliche Szene gibt es in dem Spielfilm „La Passione“ von Chris Rea. Es ist merkwürdig, dass Sie das erwähnen! Diesen Film habe ich Jahre später gesehen und muss gestehen, dass er mich zu Tränen gerührt hat. Er ist eine einzige romantische Liebeserklärung an Wolfgang Berghe von Trips. Er lebt in dieser Geschichte in der Fantasie der Menschen weiter wie ein unsterblicher Märchenprinz. Wie mag Chris Rea auf die Idee gekommen sein, diesen Film zu produzieren und die fantastische Musik dazu zu komponieren? Warum gerade ein vor Jahrzehnten verstorbener Rennfahrer und sein charismatischer Rennwagen?

Ich habe Chris Rea in England bei historischen Rennveranstaltungen getroffen. Er ist ein sensibler, stiller Mensch, für den Rennsport viel mehr zu sein scheint als „Viel Lärm um Nichts“. Mit seinem Film hat er sich einen Traum erfüllt. Dafür ließ er extra einen „Sharknose“ nachbauen, der mit Trips in der Handlung zum allgegenwärtigen Phantom wird.

Träume sind die Erfüllung unerfüllter Sehnsüchte.

Wie uns die jüngste Geschichte während der Amtszeit von Donald Trump drastisch vor Augen geführt hat, leben wir in einer Epoche des Materialismus, des Egoismus, des Erfolgs um jeden Preis, der Gier nach Macht. Geld ist der Maßstab für Erfolg, Anstand und Ehrgefühl werden von vielen nicht mehr als Tugenden anerkannt, sondern als Zeichen der Schwäche. Diese Entwicklung hat sich lange angekündigt und hat unsere Welt um ein Haar aus den Angeln gehoben. So mancher hatte schon länger ein mulmiges Gefühl, aber  konnte die Quelle des Übels nicht definieren.

Ich glaube, dass unsere Faszination durch Persönlichkeiten wie Wolfgang Berghe von Trips von der Erkenntnis herrührt, dass es zahllose menschliche Eigenschaften gibt, die der Schlüssel sind zu einem besseren, wertvolleren Leben, nach dem wir uns alle in unserem innersten Herzen sehnen. Der junge Edelmann fuhr nicht Autorennen, um reich und berühmt zu werden, sondern weil es wunderbar ist, mit Anstand und Noblesse in einem fairen Kampf zu siegen. Und während eines solchen Kampfes erlebt man einen Zustand grenzenlosen Glücksgefühls. Der Gegner ist nicht der Feind, sondern der unersetzliche Partner auf der Suche nach menschlicher Vollkommenheit. Der gemeinsame Weg ist das Ziel!

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.

Dieses Sprichwort könnte das Motto über dem Leben des rheinischen Grafen stehen, der gerade in Zeiten wie diesen für viele immer noch wie ein Leitstern zu einer besseren Welt leuchtet.

Der Stiftungsvorstand dankte Herrn Streve-Mülhens, der für seinen engagierten Beitrag den starken Beifall der Gäste erhielt.

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Nils Ruwisch dankt Dieter Streve-Mülhens für dessen Vortrag.

Buch "Trips - Erinnerungen"

Jürgen Schneider stellte anschließend sein Buch "Trips - Erinnerungen" vor, das Jörg-Thomas Födisch und Rainer Rossbach zusammen mit der Trips-Stiftung veröffentlicht haben.

Schneider dankte seinen Mitstreitern - Trips'schen Zeitzeugen, Journalisten und Mitgliedern der Scuderia Colonia sowie weiteren Rennsport-Fans, die über den legendären deutschen Rennfahrer erzählten - für die beispielhafte Zusammenarbeit.

Der Autor, langjähriger Mitarbeiter bei RTL in der Formel-1-Sendeleitung und danach freier Mitarbeiter beim WDR für die „Aktuelle Stunde“, hatte für das Buch zahlreiche Interviews geführt. Er sprach u.a. mit Herbert Linge, Hans Herrmann, Hans August Stausberg, Peter Falk, mit den Familien Floßdorf, Malgadey und Wulff, Jochen von Osterroth, Hartmut Lehbrink, Achim Schlang, Elmar Brümmer, Eckhard Schimpf, Mathias Brunner und Ulf von Malberg.

Das Vorwort verfasste der bekannte Motorsport-Buch-Autor und Rennsport-Fach-Journalist Michael Behrndt.

Bei Jürgen Schneider kann der Band zum Preis von 19.90 Euro plus Versandkosten erworben werden:

Marktstr. 1a
52428 Jülich
0175/ 90 70 400
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nach der Buch-Präsentation wurden im Trips'schen Ausstellungsbereich rund 30 Rennsport-Gemälde mit Motiven von Wolfgang Graf Berghe von Trips gezeigt.
Seine Rennsportkarriere (1954 bis 1961) wird im Schwerpunkt durch zahlreiche Illustrationen dargestellt - meist in seinen Porsche- und Ferrari-Rennwagen.

Der Geschäftsführer von CC Kunst, Conny Constantin, hatte noch rechtzeitig für die Exposition ein großformatiges Porträt von Graf Trips, gemalt von "Nachwuchskünstler" Gabriel Nicoletti, zur Verfügung gestellt.

Bei den zahlreichen Gemälden/Reprints handelt es sich um Arbeiten renommierter "Meister" wie Jorge Ferreyra-Basso, Michael und Graham Turner, Alfredo de la Maria, Nicholas Watts, Georg Baumhakl, Alan Fearnley, Gabriel Nicoletti, Ray Goldsborough, Walter Gotschke, Daniel Picot, Rolf Schepp, Carol A. Fairchild, Michael C. Prahl und Reiner Clemens.

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Jürgen Schneider stellt sein Buch "Erinnerungen" vor.

Gabriel NICOLETTI VON TRIPS WEB

Georg Baumhakl Ferrari 156 Sharknose

Bild von Georg Baumhakl

Zu CC Kunst:

Schon im Alter von zehn Jahren war Conny Constantin 1960 auf der Solitude Rennstrecke 1960 von der Rennsport Szene so begeistert, dass er diesen "Virus" bis zum heutigen Tag beibehalten hat. Sein großes Vorbild, sein Hero, war und ist der Gentlenman's Driver Wolfgang Graf Berghe von Trips, der beim Großen Preis von Italien 1961 in Monza unter tragischen Umständen tödlich verunglückte.
Constantin ist langjähriges Mitglied der Scuderia Colonia, die er - genau wie die Trips'sche Sportstiftung - regelmäßig unterstützt.

Mitte der 80er Jahre machte Constantin seine Passion zum Beruf. Inzwischen haben Ihm bereits mehrere der herausragendsten Künstler unserer Zeit wie z.B. Leroy Neimann, Jörg Immendorff und Alfredo de la Maria ihr Vertrauen geschenkt und arbeiten mit ihm zusammen.

Über die Jahre hat sich die CC Kunst unter Conny Constantin, auch vertreten auf nahezu allen wichtigen Weltmessen und hochkarätigen Oldtimer-Events, internationale Anerkennung verschafft, insbesondere im Bereich der Automotive Art.

CC beliefert Sammler weltweit - und hierbei nimmt Conny Constantin die Positionen des Künstlers, Verlegers, Galeristen und Repräsentanten ein.

(Fotos: Claus Riensche, Fabian Wiedl/Text: rod)

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Bild von Michael C. Prahl

Im Rahmen der Veranstaltung am 11. Juni 2022 im Trips-Ausstellungsbereich des Ring-Werk-Museums am Nürburgring wird auch das Buch "Trips - Zeitzeugen erzählen" von Jürgen Schneider vorgestellt. Rainer Rossbach und Jörg-Thomas Födisch haben zusammen mit der "Gräflich Berghe von Trips'schen Sportstiftung zu Burg Hemmersbach" den Band herausgegeben. Für einzelne Textbeiträge und für die redaktionelle Bearbeitung waren die bekannten Motorsport-Fachjournalisten und Buchautoren Michael Behrndt und Achim Schlang zuständig.

Juergen Schneider Zeitzeugen erzaehlen Umschlag

Der Kreis der Weggefährten und Trips-Freunde, die über den unvergessenen deutschen Rennfahrer erzählen, reicht dabei von Hans Herrmann, Herbert Linge, David Piper, Peter Falk, Jochen von Osterroth und Hans August Stausberg bis hin zu Hartmut Lehbrink, Hannelore Werner sowie Jason Stuart Wright.


In seinem Vorwort schreibt Michael Behrndt

„Wenn Menschen sich für die besonderen Leistungen oder Verdienste anderer Menschen begeistern, liegt es nahe, dass sie auch die Nähe dieser Künstler oder Sportler suchen.
Weil das den meisten nicht vergönnt ist, bleibt der Besuch eines Konzerts oder einer Sportveranstaltung die einzige Möglichkeit, seinem Idol näher zu kommen.

Im Falle von Wolfgang Graf Berghe von Trips wurde uns durch seinen Unfall in Monza auch diese Chance genommen. So bleibt nur die Möglichkeit, über die Berichte von Zeitzeugen mehr darüber zu erfahren, wie der Mensch Graf Berghe von Trips gewesen ist.

Für dieses Buch haben Zeitzeugen ihre Begegnungen mit dem Grafen beschrieben, andere schildern, warum ihnen dieser Sportler auch heute noch viel bedeutet. So können die Leser dieses Buches dem Menschen Graf Berghe von Trips auch heute noch näherkommen, obwohl er vor mehr als 50 Jahren von uns gegangen ist.“

Ab dem 11. Juni 2022 werden im Trips-Ausstellungsbereich des Ring-Werk-Museums am Nürburgring rund 30 Rennsport-Gemälde mit Motiven von Wolfgang Graf Berghe von Trips präsentiert.
Seine Rennsportkarriere (1954 bis 1961) wird im Schwerpunkt durch zahlreiche Illustrationen dargestellt, die ihn in seinen Porsche- und Ferrari-Renn- und Sportwagenzeigen.

Dabei handelt es sich um Arbeiten renommierter Künstler wie Jorge Ferreyra-Basso, Michael und Graham Turner, Alfredo de la Maria, Nicholas Watts, Georg Baumhakl, Alan Fearnley, Gabriel Nicoletti, Ray Goldsborough, Walter Gotschke, Daniel Picot, Rolf Schepp, Carol A. Fairchild, Michael C. Prahl und Reiner Clemens.

Georg Baumhakl Ferrari 156 Sharknose

Bild von Georg Baumhakl

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Bild von Michael C. Prahl

Anlässlich des 94. Geburtstages von Wolfgang Graf Berghe von Trips wird die historische Familiengruft derer von Trips auf dem Friedhof in Kerpen-Horrem nach umfangreichen Sanierungs- und Restaurationsarbeiten am 4. Mai 2022 der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Ab Februar 2022 wurden in dieser Begräbnisstätte der Adelsfamilie im Innenraum sowie im Türanlagen- und Fassaden-Bereich Renovierungen vorgenommen sowie Gravuren von fehlenden Inschriften auf zwei Grabplatten durchgeführt.

Derzeit finden noch zeitaufwändige Abdichtungsarbeiten im rückseitigen Gruft-Außenbereich zur Verhinderung und Reduzierung des Eindringens von Nässe und Feuchtigkeit in das Gruftgebäude statt, die voraussichtlich im Mai abgeschlossen werden.

Der Trips-Stiftung ist die Wiederherstellung eines würdigen Zustandes des im Zeitraum von 1857 bis 1859 im neugotischen Stil erbauten historischen Mausoleums ein besonderes Anliegen und eine große Verpflichtung.

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Fassaden-Sanierungsarbeiten an der Trips'schen Familien-Gruft am 13. April 2022

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Gruft-Vorderseite nach der Restaurierung

Wahrscheinlich zwischen 1857 und 1859, also vor mehr als 160 Jahren, errichtete die Adelsfamilie der Reichsgrafen Berghe von Trips auf dem Friedhof Kerpen-Horrem südlich der romanischen Horremer Kirche St. Clemens eine neue Familien-Gruft. Sie orientierte sich mit ihrer architektonisch eindrucksvoll gestalteten Schaufront nach Westen zum unteren Friedhofseingang – dem alten Hemmersbach. Ein 1897/1898 geschmiedetes Gitter umgrenzt die Freifläche vor der Gruft, dessen zweiflügeliges, mit einem schmiedeeisernen Kreuz bekröntes, Eingangstor Einlass zur bekiesten Gruft-Zufahrt gewährt.

Der ebenerdige Gruftraum ist in den östlich unmittelbar angrenzenden Hügel in Richtung Kalvarienberg mit dem dort oben thronenden Stiftungskreuz der Gräfin von Beissel von Gymnich aus hellem Sandstein aus dem Jahre 1853 hineingeschoben. An der vorderen Gruftaußenwand sind links neben dem Eingang zwei Tafeln angebracht, die an Thessa Reichsgräfin Berghe von Trips und Eduard Reichsgraf Berghe von Trips erinnern. Rechts neben dem Eingang erinnert eine weitere Tafel an ihren Sohn Wolfgang Alexander Reichsgraf Berghe von Trips mit einem Hinweis auch auf dessen tragischen Unfalltod in Monza (Italien). Die Gruft-Fassade ist aufwändig aus Sandsteinquadern ausgeführt. Im zentralen Giebelfeld befindet sich ein breites, von Löwen gestütztes Wappenschild der Grafen Berghe von Trips mit Schildhaltern, Helmzier, Mantel und Fürstenhut. Das Wappen wurde von Kaiser Franz II. am 27. März 1796 Franz Adolf (Anselm) Berghe von Trips anlässlich dessen Erhebung in den Reichsgrafenstand verliehen. Augenfällig ist auch ein mehrfach verschlungenes Spruchband in lateinischer Schrift „IN MORTE VITA“, zu deutsch „IM TOD IST DAS LEBEN.“ Ein zweiflügeliges Holztor mit einem großen verglasten Oberlicht in reicher neugotischer Ausformung verschließt nach außen den Gruft-Vorraum. Der Gruft-Vorraum mündet durch eine offene zweiflügelige Tür über eine dreistufige Treppe nach innen zum tiefer gelegenen Gruft-Raum mit den dortigen zwölf vermauerten und mit davor befindlichen Grabplatten verschlossenen Grabnischen bzw. Grabkammern mit 13 verstorbenen Angehörigen der alten Adelsfamilie. Der Vorraum wird erhellt durch zwei mit Buntglas sehr schön verglaste Rundfenster auf der linken (nordöstlichen) und der rechten (südwestlichen) Seite. Das Fenster der Nordostwand zeigt eine Kerze, das in der Südwestwand ein Kreuz. Innerhalb des Vor-Raums befinden sich oberhalb zudem drei mehrfarbige Totenschilde mit dem Familienwappen, den Namen sowie dem Geburts- und Sterbedatum von Thessa Reichsgräfin Berg-he von Trips, Eduard Reichsgraf Berghe von Trips und Wolfgang Alexander Reichsgraf Berghe von Trips. Im Gruft-Raum dokumentieren die Gravuren in den insgesamt zwölf Grabplatten die persönlichen Daten der 13 dort ruhenden verstorbenen Angehörigen dieser alteingesessenen Adelsfamilie. Vor der Stirnwand am Ende des Gruft-Raums steht eine Kniebank, die Gelegenheit zu einem stillen Gebet für die Verstorbenen bietet. Die Gruft der Grafen Berghe von Trips dokumentiert nicht nur in besonderer Weise, wie die Grablege einer rheinischen Adelsfamilie in der Mitte des 19. Jahrhunderts gestaltet wurde, sondern erinnert auch an die Familie der Grafen Berghe von Trips, die die Geschichte von Hemmersbach beziehungsweise Horrem mehr als 200 Jahre lang mitgeprägt hat und deren letzter Spross Wolfgang Alexander Reichsgraf Berghe von Trips als menschlich und sportlich vorbildlicher Formel 1-Rennfahrer und angesehener Repräsentant seines Heimatlandes weltweit berühmt wurde.

Diese wunderschöne Gruft besitzt daher mehrfachen Denkmalwert. Die Gräflich Berghe von Trips‘sche Sportstiftung zu Burg Hemmersbach hat daher als Eigentümerin der Familiengruft mit Schreiben vom 24.12.2021 an die Kolpingstadt Kerpen Antrag auf Unterschutzstellung der Familiengruft der Reichsgrafen Berghe von Trips als Baudenkmal beziehungsweise Antrag auf Eintragung in die Denkmal-Liste der Kolpingstadt Kerpen als Untere Denkmalbehörde gemäß dem Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler im Lande Nordrhein-Westfalen gestellt. Eine Entscheidung über diesen Antrag ist der Stiftung bisher noch nicht bekannt.

Die Trips‘sche Familien-Gruft ist unterteilt in den Vor-Raum und den dahinter etwas tiefer gelegenen Gruft-Raum mit den Gruft-Kammern der dort bestatteten Familienangehörigen des alten Adelsgeschlechtes. Die im Gruft-Raum vorhandenen dunklen Grabplatten vor den jeweiligen Grab-Kammern der Verstorbenen zeigen deren Lebens- und Sterbedaten für die Nachwelt zur Erinnerung.

Mehrere der in der Trips‘schen Familien-Gruft zur letzten Ruhe Gebetteten starben in sehr jungen Jahren. Adolf Lothar Reichsgraf Berghe von Trips wurde nur 10 Jahre alt, Elisabeth Reichsgräfin  Berghe von Trips starb im Alter von 11 Jahren und Felicitas Reichsgräfin Berghe von Trips schied im Alter von nur zwei Monaten aus dem Leben.
Maria Friederica Reichsgräfin Berghe von Trips starb nur ein Jahr nach ihrem Ehemann Clemens August Reichsgraf Berghe von Trips.

Lassen Sie uns aller Verstorbenen der Adelsfamilie Graf Berghe von Trips gedenken.

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Totenschild von Wolfgang Graf Berghe von Trips

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Die Trips‘sche Familien-Gruft

Quellenangaben:
1) Veröffentlichung von Herrn Dr. Peter Staatz „Die Gruft der Grafen Berghe von Trips sowie die umliegenden Grabstätten auf dem Friedhof in Kerpen-Horrem“ – veröffentlicht in den Kerpener Heimatblättern des Vereins der Heimatfreunde Stadt Kerpen e. V. Heft 1/2001
2) Ausführungen auf der Internetseite der Stadt Kerpen „Gruft der Familie Berghe von Trips“

Fotos: Peter-Jürgen Heinen

Am 11. September 2021 besuchten zwölf Mitglieder des Münsteraner Porsche Clubs Monasteria Horrem und Schloss Loersfeld. Aus Anlass des 60. Todestages von Wolfgang Graf Berghe von Trips gedachten sie an der Familiengruft auf dem Friedhof an der Clemens-Kirche des tödlich verunglückten Rennfahrers.

In Loersfeld hatten die Gäste danach Gelegenheit, die Ausstellungsräume der Trips-Stiftung und den Clubraum der von Graf Trips gegründeten Rennfahrervereinigung Scuderia Colonia zu besichtigen.

Als Dank für den interessanten und informativen Besuch zum Gedenken an den unvergessenen Horremer Rennfahrer sammelten die Mitglieder und Freunde des Münsteraner Porsche Clubs 2000 Euro zu Gunsten der Gräflich Berghe von Trips’schen Sportstiftung zu Burg Hemmersbach.

Kalle Kästner, Monasteria-Vorstand Sport und Touring, und Club-Präsident Manfred Schmale überreichten den Scheck an Nils Ruwisch, Vorsitzender der Trips-Stiftung, und an dessen Stellvertreter Jörg-Thomas Födisch. Die Übergabe erfolgte am 10. November 2021 vor zahlreichen Porsche- und Rennsport-Fans sowie mehreren Pressevertretern in der Taycan Lounge des Porsche Club Partners, dem Porsche Zentrum Münster.

Manfred Schmale zog danach ein erstes Fazit: "Vom gemeinsamen Interesse an Graf Trips und den geplanten, zahlreichen Aktivitäten versprechen wir uns einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Auffrischung der Erinnerungen an einen Menschen, der in der Nachkriegszeit ein wichtiger Sympathie-Träger für unser Land war. Neben seinen Rennerfolgen gab das sicherlich den Ausschlag dafür, ihn in die Hall of Fame des deutschen Sports aufzunehmen."

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Am 10. November überreichten im Porsche Zentrum Münster die Vorstandsmitglieder des Porsche Clubs Monasteria, Kalle Kästner (links) und Manfred Schmale (rechts), einen symbolischen Scheck über 2000 Euro an Nils Ruwisch, Vorsitzender der Trips-Stiftung (2. v.r.), und an dessen Stellvertreter, Jörg-Thomas Födisch. (Foto: PD)

 

– als einer der weltweit bekanntesten Rennstrecke ist der Nürburgring in der Eifel bekannt. Die „grüne Hölle“ schuf im Laufe der Jahre viele einmalige Erinnerungen des Motorsports. Oftmals verbunden mit legendären Streckenabschnitten wie der Döttinger Höhe. Hier prägt eine Tankstelle schon seit der Eröffnung das Umfeld. In Eigenregie realisierte man nun ein Buch über die Geschichte der Kulttankstelle Döttinger Höhe.

Das Buch ist im kompakten, aber keinesfalls kleinen, quadratischen Format ausgeführt. Dies gibt dem Titel eine gute Handlichkeit, aber ermöglicht auch den Spagat um mögliche Bilder ausreichend groß präsentieren zu können. Als Titelbild zeigt sich eine recht aktuelle Szene der Tankstelle in einen tollen Dämmerungsstimmung mit der Burg Nürburg im Hintergrund. Dazu finden sich noch die offiziellen Autoren wieder, wobei das Buch und die Geschichten darin von Hans-Joachim Retterath stammen, vielen auch unter seinem Spitznamen „Retti“ bekannt. Unter dem Bild nimmt ein schwarzer Hintergrund die Abendstimmung auf und darauf platziert findet sich der Titel, sowie die Untertitel, dazu noch einen Hinweis auf die Edition Döttinger Höhe, welches auch noch mit einem gelungenen Icon des Streckenverlaufs unterstützt wird. Die Rückseite zeigt einen ebenso großes Bild und den darunter liegenden, schwarzen Hintergrund. Diesmal ist die Burg Nürburg das alleinige Motiv, welches vermutlich abseits des Renngeschehen auch die tolle Landschaft und mögliche Ruhe darstellen soll. Ein kurzer Klappentext klärt den Leser unmittelbar darüber auf, dass es sich bei dem Begriff Döttinger Höhe um eine Flurbezeichnung handelt. Das umfangreiche Angebot des Betriebes der Retterath’s umfasst dazu noch vielmehr als nur Diesel, Benzin und Gas und ist zu einem Treffpunkt der Szene geworden.

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Das neue Domizil der Trips-Stiftung ist Schloss Loersfeld. Familiennachlass und Utensilien aus der Motorsportkarriere von Graf Trips sind auch im Automuseum Prototyp Hamburg, im ring°werk am Nürburgring und auf der Burg Wildenburg zu sehen.

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Wolfgang Graf Berghe von Trips

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Wolfgang Alexander Graf Berghe von Trips, geboren am 4. Mai 1928 in Köln, aufgewachsen auf der väterlichen Burg Hemmersbach in Horrem, war der erste deutsche Rennfahrer, der nach dem Zweiten Weltkrieg einen Grand Prix gewann. Er siegte 1961 in Zandvoort/Holland …

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Der Rennsportfan

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Wer Details über den historischen Motorsport wissen will, der kann Jörg-Thomas Födisch fragen. Er ist ein wandelndes Lexikon und sein Privatarchiv in Deutschland und Europa wohl einzigartig. „Für mich hat der Rennsport einen großen Stellenwert“, sagt er. Gemeint ist Leidenschaft! …

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Ferrari 156 „Sharknose“

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Es gab einmal eine Zeit, in der sich die Konstruktionen der Rennställe gewaltig voneinander unterschieden. Heute gleichen sich in den Formel-Klassen die Boliden wie ein Ei dem anderen. Außergewöhnliche Fahrzeuge, wie etwa der Ferrari 156 „Sharknose“ der Jahre 1961 bis 1962 …

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Unvergessliche Große Preise

Unvergessliche Grands Prix

In den Jahren 1961 bis 2007 besuchte Jörg-Thomas Födisch mehr als 100 Läufe zur Automobil-Weltmeisterschaft. Er erlebte dabei Rennen, die in die Motorsport-Geschichte eingingen und sah Fahrer, die bereits zu Lebzeiten Legenden waren …

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Ferrari 156 „Sharknose“ Replika

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Er bleibt für immer einer der schönsten Formel-1-Renner aller Zeiten, ein würdiger Weltmeisterwagen und für viele Fans auf tragische Weise mit dem Andenken an Wolfgang Graf Berghe von Trips verbunden. Kein einziges Original ist erhalten geblieben ...

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